Stellenabbau und Arbeitslosigkeit in Göttingen

Dieser Artikel hat den Zweck, die aktuellen Daten über Stellenabbau und Arbeitslosigkeit darzustellen und so ins Bewusstsein zurück zu holen und sie in weitere Zusammenhänge einzuordnen:
Über die Arbeitslosigkeit bei uns redet kaum noch jemand, höchstens, wenn es um Griechenland, Spanien und Südeuropa allgemein geht, wo immer noch ein hohe Arbeitslosigkeit von über 15% (Gr: 21%, SP: 17%) herrscht und Jugendarbeitslosigkeit von über 35% (GR: 41%, SP: 37%) zu verzeichnen ist.
In der Bundesrepublik sinkt die Arbeitslosenquote derzeitig. Aktuell beträgt Sie oggiziell lediglich 5,8%, bei der Jugendarbeitslosigkeit bei 6,6%. Die Zahlen in Niedersachsen betragen 5,9 % Arbeitslosigkeit, annähernd identisch mit der Bundesquote.
Im Göttinger Raum beträgt die Arbeitslosigkeit 6,2%, auch nur knapp über den bundesdeutschen Durchschnitt. In absoluten Zahlen sind das insgesamt 10.540 Menschen, die hier bei uns erwerbslos sind. Davon sind 7.154 im Bereich des SGB II und die anderen sind im Bereich des SGB III „angesiedelt“, wofür die Arbeitsagentur nicht mehr zuständig ist.
Zusätzlich zu diesen offiziell Erwerbslosen kommt ein Zahl von 13.696 “ unterbeschäftigter“, Menschen, die sich u.a. in einer der sog. “ Maßnahmen“ befinden. Das ist eine Quote von weiteren 8% der Lohnabhängigen. Zusammen ist das eine Quote von 14,2% im Göttinger Raum; Menschen, die weder offiziell als arbeitslos in der Statistik erfasst werden noch sich in einer „Maßnahme“ befinden, erkrankt sind etc. Für die „Nicht-Unterbeschäftigten“ ist darüber hinaus nicht ausgesagt, ob sie in Teilzeit, Minijob, Leiharbeit oder sog. Werkverträgen stehen.
Aber neben diesen Statistiken soll auch noch dargestellt werden, welche r Stellenabbau in den vergangenen Jahren stattgefunden hat: Die Kollegen bei Bosch Göttingen müssen seit Jahren um ihre Stellen zittern. Im vergangenen Jahr wurde Bosch Göttingen bereits zu Teilen geschlossen. 150 Kollegen wurden entlassen. Noch sind bei Bosch 300 Koll. beschäftigt. Diese sollen bis 2023 nicht betriebsbedingt entlassen werden und bis 2025 nur mit Zustimmung vom Betriebsrat. Dabei waren 2012 bei Bosch noch knapp 700 Menschen beschäftigt, Anfang 2018 sind es nur 300 KollegInnen. Sie sind dies nur mit Zugeständnis durch Verzicht auf Teil ihrer Bezüge und Erhöhung der Arbeitszeit von 35 auf 37,5 Stunden der Woche.
Weitere Opfer von Stellenabbau gibt es bei Novalis mit über 100 Stellen, die bis zum März dieses Jahr entlassen werden sollen. Zum anderen wurde Ende des letzten Jahres SAP Göttingen geschlossen, den 89 dort tätigen KollegInnen wurde ein Weiterbeschäftigungsverhältnis in der Nähe von München angeboten.
ZEISS verlagert aktuell 300 der 570 Stellen von Göttingen nach Jena und Oberkochen. Dabei wurden bei Zeiss bereits im November 2014 75 Stellen abgebaut und zwischen 2015 und 2017 reduzierte sich Zeiss von knapp 700 auf 570.
Darüber hinaus gibt es aktuell Befürchtungen, dass es bei ABB einen Stellenabbau von etwa 100 Stellen in Göttingen geben wird und die Geschichte der Gothaer Versicherungen, die einmal über 1.300 Arbeitsplätze hier in Göttingen hatte, ist allgemein bekannt.

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