Tarifrunde2017/2018

Im kommenden Jahr werden die Einzelgewerkschaften des DGB für über 9 Millionen Lohnabhängige die Tarife neu verhandeln. Dazu kommen über 3 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie, die breits seit Dezember im Tarifkampf stehen. Im laufenden Tarifkampf der Metall- und Elektroindustrie fordern die Kollegen mit der IG Metall eine Lohnerhöhung von 6,5% und eine lediglich auf zwei Jahre beschränkte Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich für Menschen mit Kinder und pflegebedürftigen Verwandten. Die Antwort der Kapitalseite ist bockig nach dem Motto „Mehr Geld fürs Nichtstun wird es mit uns nicht geben“. Dabei sind die Forderungen der IG Metall zwar nicht weitgehend, denn hier geht es nicht um eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung mit Personal- und Lohnausgleich, wie wir fordern. Aber dennoch ist diese Forderung unterstützenswert, denn sie eröffnet möglicherweise die Tür über eine gewerkschaftlich-betriebliche Debatte um eine gesamtgesellschaftliche Arbeitszeitverkürzung. Auch die Forderung nach einer Lohnerhöhung um 6,5% wird von der Kapitalseite mit lächerlichen 2% Lohnerhöhung für 12 Monate ab April und von Januar bis März eine Einmal-Zahlung über 200 € beantwortet. Dies auch noch verbunden mit der zur Forderung der IG Metall entgegengesetzten Verlangen nach einer Vereinbarung einer bedarfsorientierten Ausweitung des Arbeitszeitvolumens und eine Gesamtlaufzeit von 15 Monaten.
Für das Jahr 2018 gibt es drei interessante Tarifrunden; Zuerst bei den Post-AG ( 100 000 Beschäftigten) und bei den Telekom (64 000 Beschäftigte) in Januar. Hier gab es bis Redaktionsschluss noch keine Forderungen. In Februar werden wir in Göttingen sicherlich mitbekommen, wenn die Kolleginnen und Kollegen im TvöD – Bund und Kommune für ihre Forderungen auf die Straße gehen und gegebenenfalls streiken. In Göttingen werden also Einrichtungen wie der kommunalen Kindergärten, Entsorgung, Verkehrsbetriebe und andere von der Tarifrunde betroffen sein, unsere kommunalen Mandatträger (in der Göttinger Linken) werden sicherlich ihre Solidarität erklären und die kämpferische Gewerkschaftsaktiven ebenfalls. Medial müssen wir uns im September wieder auf große Hetze gegen die Kolleginnen und Kollegen bei der Deutschen Bahn AG (134 000 Beschäftigte) einstellen und im Dezember wird dann die Tarifrunde TvöD – Länder (900 000 Beschäftigte) stattfinden. Inwieweit dort das heiße Thema nach Personalbemessung in Krankenhäuser eine Rolle spielen wird, bleibt also spannend für gewerkschaftsaktive Kolleginnen und Kollegen. (tl)

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